Neues von den Steinhauern am Baumberg

Aus dem Leben der Steinhauer in den Baumbergen in den vergangenen Jahrhunderten informierte der bekannte Historiker und Numismatiker Dr. Peter Ilisch die Besucher des vom Förderverein Baumberger-Sandstein-Museum veranstalteten Sandsteintreff im Museumscafé.



Dabei machte er zunächst deutlich, dass das Wissen über die Steinhauer eher einem Flickenteppich aus Zufallsfunden gleiche, da es bisher keine fundierten wissenschaftlichen Untersuchungen zu diesem Thema gebe. Auch von der Gilde der Billerbecker Steinhauer gebe es leider keine Archive, so dass alles, was man über sie weiß, aus den Archiven ihrer Kunden oder der Eigentümer der Sandsteinkuhlen stammt sowie aus Gerichtsakten, wenn es denn zu Streitigkeiten kam.

Zunächst gab er am Beispiel von Rechnungen der Steinhauer in der an der Landstraße zwischen Havixbeck und Billerbeck auf der Höhe der Baumberge gelegenen Bauernschaft Böckinghausen einen Einblick in die Arbeitswelt am Beginn der Neuzeit. Ein besonderes Problem dieser Steinhauer bedeuteten die Wegerechte, waren Eigentümer der Gruben doch die Herren von Haus Hamern in Billerbeck, ihre Transporte mussten aber häufig über Wege erfolgen, die über den Grund der Herren von Haus Havixbeck führten. Selbst bei Beisetzungen gab es Auseinandersetzungen mit den Grundherren. Eine Einigung war häufig nur möglich, indem die Steinhauer eine regelmäßige Naturalgebühr für das Wegerecht bezahlten.

Ein weiterer Anlass für Auseinandersetzungen war die Gewinnung des Steines an sich, musste doch dafür regelmäßig wertvoller Ackerboden aufgegeben werden. Zwar wurde häufig vereinbart, dass die Steinkuhlen nach dem Ende der Ausbeutung wieder verfüllt werden sollten, doch war die Qualität des zur Verfüllung verwendeten Bodens nicht vergleichbar mit dem fruchtbaren Lößboden der Umgebung.

Umfangreiche Ausführungen machte der Referent zur Familie Wichmann, die über mehrere Generationen zu den bedeutendsten Steinhauern der Baumberge gehörte. Sie lieferte unter anderem das Material für die Aegidiikirche in Münster und für Schloss Horst in Gelsenkirchen. Neben der Arbeit in den Steinkuhlen betätigten sich die Mitglieder der Familie auch in der Landwirtschaft, waren sogar so vermögend, dass sie Bürgschaften übernahmen oder Geld an Bauern verliehen.



Die vielen Fragen am Ende des Vortrags zeigten das Interesse, das der Vortragende bei den zahlreichen Zuhörern geweckt hatte.



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