Sehr geehrter Herr Bürgermeister, sehr geehrte Damen und Herren


Mit seiner Entscheidung vom 4. Mai 2017, das Projektdossier zur Weiterentwicklung des Baumberger-Sandstein-Museums zu einem „Kompetenzzentrum für Naturstein und Baukultur“ bei der Regionale-Agentur vorzulegen mit dem Ziel, die Anerkennung des A-Status zu beantragen und die Finanzierung des Projektes sicherzustellen, hatte der Rat der Gemeinde eine in die Zukunft weisende Entscheidung getroffen. Die Entscheidung der Regionale-Agentur, dem Projekt den A-Stempel zu geben, die nur in einem schwierigen Wettbewerb mit anderen Projekten erreicht werden konnte, hat die Richtigkeit dieses Beschlusses bestätigt. Damit waren die Voraussetzungen geschaffen, das kulturelle Leben der Gemeinde Havixbeck und deren Stellung im Nebeneinander der Gemeinden des Kreises mit öffentlichen Mitteln nachhaltig voranzubringen. Denn auch Kultureinrichtungen gehören heute zur Infrastruktur einer lebendigen Gemeinde und verschaffen im Wettbewerb zu anderen Kommunen Vorteile. Es ergeben sich daraus Vorteile und gesellschaftlicher Nutzen, z.B. in der Ansiedlung von neuen Einwohnern, Betrieben und Arbeitsplätzen, die sich insbesondere langfristig auch in einer verbesserten Wirtschaftlichkeit der öffentlichen Einrichtungen niederschlagen.

Die Entscheidung des Rates wurde daher vom Förderverein stets uneingeschränkt begrüßt und unterstützt. Um dieser Unterstützung Ausdruck zu verleihen, hat der Verein angeboten, den gemeindlichen Kostenanteil für den Neubau einer Remise im Museumsgarten bis zu einer Höhe von 30.000 € zu übernehmen, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Planungen keinen Platz für den Ausstellungsbereich „Arbeiten im Steinbruch“ vorsahen. Da der Förderverein nur ein kleiner Verein mit einem geringen Jahresbeitrag seiner Mitglieder ist, bedarf es schon erheblicher Anstrengungen, um diesen Anteil zu leisten. Wir meinen aber, dass es das Projekt Wert ist. Daneben wollen wir Vorhaben des Museums anlassbezogen und zeitlich begrenzt auch durch Personaleinsatz auf freiwilliger Basis unterstützen; unter diesen Bedingungen wäre z. B. eine Hilfe bei der Vorbereitung und Organisation größerer Vorhaben denkbar.

Die Diskussion in der Öffentlichkeit und besonders in den politischen Gremien über die mit der Realisierung des Vorhabens zur Weiterentwicklung des Museums verbundenen Kosten machen dem Verein jedoch große Sorgen.

Bei der Gegenüberstellung der Betriebskosten des Kompetenzzentrums gegenüber den Betriebskosten eines unveränderten Museums wird nach unserer Auffassung übersehen, dass mit dem Kompetenzzentrum eine neue Qualität begründet wird insofern als eine Multifunktionalität erreicht wird, von der auch andere Organisationen in der Gemeinde (z.B. Schule, Musikschule, Verein KulturGut u.a. ) profitieren werden. Nur von einer Weiterentwicklung des Museums zu sprechen greift deshalb zu kurz: der Anspruch der zu schaffenden Kulturinstitution geht weiter. Entsprechend wird die Strahlkraft und die Wirkung des neuartigen Zentrums grösser sein. Der für die Gemeinde zu realisierende Nutzen in Ansehen, Reputation und Anziehungskraft wird  möglicherweise höher, als er sich in direkt zurechenbaren wirtschaftlichen Zahlen darstellen lässt.

Beim Blick auf die Investitionskosten ist darüber hinaus zu berücksichtigen, dass nach mehreren Jahrzehnten des Bestehens nunmehr sowieso eine hohe Kosten verursachende Sanierung  - nicht nur Renovierung - und Modernisierung des Museums durch die Gemeinde als Träger erfolgen muss.

Der Förderverein hat in den vergangenen Jahren Vorschläge zur Weiterentwicklung des Museums vorgelegt, deren Umsetzung mit geringeren Kosten möglich gewesen wäre. Daher haben wir großes Verständnis für die Verantwortlichen in Politik und Verwaltung, die Investitions- und Betriebskosten sorgfältig geprüft und möglichst reduziert haben wollen. Und so sehen wir, wie im vergangenen Jahr schon einmal dargelegt, durchaus die Möglichkeit der Kosteneinsparungen beispielsweise im Bereich der Außenanlagen: warum erfordert z. B. der Neubau der Remise, der mit 53.000 € zzgl. MwSt veranschlagt wird, eine völlige Neugestaltung des Museumsgartens für 70.000 € zzgl. MwSt?



Der Verein unterstützt daher die Forderung im Sinne einer verantwortlichen Finanzierung die Möglichkeiten von Reduzierungen im Investitions- und Betriebsbereich noch einmal auf den Prüfstand zu stellen, jedoch darf dabei die sicherlich für Jahrzehnte einmalige Chance eine solche weitgehend durch Fremdmittel finanzierte Einrichtung in Havixbeck zu errichten, nicht vertan werden.

Der Förderverein Baumberger-Sandstein-Museum hofft daher unverändert, dass die Realisierung des Kompetenzzentrums für Naturstein und Baukultur erfolgreich weitergeführt wird.

Mit freundlichen Grüßen

Ulrich Lork
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