
Neue Impressionen aus dem Elbtal
Studienreisen in das Elbtal um Dresden bieten für kunst- und kulturinteressierte Menschen immer wieder Neues an Sehenswürdigkeiten und Überraschungen. Davon konnten sich in der Zeit vom 23.-26. Juni 2010 die 39 Mitreisenden der Reisegruppe des Fördervereins Baumberger-Sandstein-Museum überzeugen.
So ist das Grüne Gewölbe heute mit seinen beiden berühmten Präsentationen – Neues Grüne Gewölbe und Historisches Grüne Gewölbe - wieder im Schloss zusammen geführt. Meisterwerke der Juwelier- und Goldschmiedekunst sowie Kostbarkeiten aus Bernstein. Elfenbein, Edelsteingefäße und Bronzestatuetten vorwiegend aus der augusteischen Zeit des Barocks werden staunend betrachtet. Weitere Höhepunkte in Dresden waren die Literarische Orgelnacht bei Kerzenschein in der Frauenkirche sowie eine exklusive Führung in der Semperoper. Ein Spaziergang auf der Neustädter Elbseite mit den vielen restaurierten Barockhäusern und der Dreifaltigkeitskirche rundete den Besuch in Dresden ab,
Aber die Region um Dresden herum bietet interessierten Besuchern weit mehr. Die nahe gelegene alte Bergstadt Freiberg mit ihrem beeindruckend restaurierten Altstadtkern, dem Dom „St. Marien“ mit der Goldenen Pforte (1230), der Tulpenkanzel (1510) und der Silbermannorgel (1715) präsentiert sich heute Besuchern in einem eindrucksvollen, historisch bedeutsamen Ambiente. Ein besonderes Erlebnis in Freiberg war der Besuch der erst 2008 im restaurierten Barockschloss Freudenstein eröffneten Dauerausstellung „Terra Mineralia“. In historischer Umgebung zeigt diese weltgrößte und schönste Mineraliensammlung ca. 5ooo Mineralien, Edelsteine bis hin zu Meteoritenfragmenten, alle mit einer großen, natürlichen Vielfalt an Farben und Glanz. Man muss nicht unbedingt ein Mineraloge sein, um sich an dieser optischen Pracht zu begeistern.
Nicht weit von Dresden entfernt liegt das Städtchen Glashütte im Tal der Müglitz. Auch dort wurde 2008 ein neues Museum eröffnet , das Deutsche Uhrenmuseum Glashütte. Glashütte ist heute wieder das Zentrum feinster mechanischer Urmacherkunst in Deutschland. In einer konzeptionell hervorragenden Weise präsentiert das Museum eine Zeitreise von den Anfängen der sächsischen Uhrenfertigung bis zum bewundernswerten Neuanfang nach der Wende, dokumentiert durch die Ansiedlung von renommierten Uhrenherstellern. 400 einmalige Exponate werden gezeigt, dazu in einer multimedialen Projektion, wie eine mechanische Uhr mit fast 500 Teilen so „tickt“. Der Besuch in Glashütte und einer Besichtigung des nahe liegenden Schlosse Weesenstein bereichert jede Studienreise außerhalb von Dresden.
Die Reisegruppe warf auch einen „Blick“ nach Meißen, wo in diesem Jahr 3oo Jahre Meißner Porzellan gefeiert wird. Das volle Programm erlaubte leider hier nur einen kurzen Besuch des spätgotischen Domes (1472) mit der vor gelagerten Fürstenkapelle. Der Schlossbau dient heute u. a. repräsentativen Zwecken wie auch Ausstellungen. Besuchenswert ist natürlich auch die von Kriegsschäden verschonte Altstadt, die sich eng an den Burgberg schmiegt.
Traditionell bei den Studienreisen des Fördervereins ist die Weinverkostung, so auch auf dieser Studienreise in das Elbtal zu den sächsischen Weinen. Im Weingut der Stiftung Höflößnitz, malerisch an den Weinbergen von Radebeul gelegen, konnten die Besucher den vorzüglichen Wein zusammen mit einer zünftigen Weinvesper in vollen Zügen genießen.
Schönes Wetter, viele Sehenswürdigkeiten – manche von diesen bisher nicht bekannt – wie auch kulinarische Erlebnisse mit der sächsischen Küche dürften von bleibender Erinnerung für alle Reiseteilnehmer sein.

Die Reisegruppe vor dem Deutschen Uhrenmuseum Glashütte.

Terra Mineralia Freiberg Deutsches Uhrenmuseum Glashütte